Nun ist das System komplett…

Das Fujifilm XF 10-24 mm F4 R OIS ist mit seinem Metalltubus hervorragend verarbeitet, die Einstellringe für Blende, Zoom und Fokus laufen sehr satt, der für den Fokus sogar fast einen Hauch zu schwergängig. Das Weitwinkelzoom passt hervorragend zur soliden Verarbeitung der X-T1, an der wir den Labortest durchführten. Durch den optischen Bildstabilisator werden in Weitwinkelstellung Belichtungen von bis zu einer halben Sekunde aus der freien Hand ermöglicht, selbst bei längster Brennweite reicht eine Drittel Sekunde Belichtungszeit bei einer ruhigen Hand für eine verwackelungsfreie Aufnahme. Der Autofokus arbeitet flüsterleise und äußerst schnell sowie präzise.10-24mm

Beim Test der Bildschärfe bis in die Ecken auf einem 30 x 45 Zentimeter großen Abzug gibt sich das 10-24mm keine Blöße, bei jeder Brennweite und Blende ist es von der Bildmitte bis in die äußersten Ecken knackscharf. Selbst bei Blende 22 sind keine Schärfeverluste zu beklagen, der standardmäßig aktivierte Lens Modulation Optimizer (LMO), der unter anderem auch der Beugungsunschärfe begegnen soll, leistet saubere Arbeit. Die Randabdunklung beträgt bei allen Brennweiten und Blenden höchstens eine halbe Blendenstufe, was etwa 30 Prozent Helligkeitsverlust in den Bildecken entspricht. Ein sehr geringer Wert, der durch den sanften Verlauf des Helligkeitsverlustes subjektiv nicht ins Auge fällt. Auch die Verzeichnung ist hervorragend auskorrigiert, lediglich am kurzen Brennweitenende ist überhaupt eine geringe Verzeichnung von knapp über 0,5 Prozent Tonnenform messbar, subjektiv ebenfalls völlig unauffällig.

Farbsäume spielen bei 10 und 16 Millimeter keine Rolle, am langen Brennweitenende hingegen werden die chromatischen Aberrationen mit zunehmender Blende stärker, ab F8 können sie auf einem 20 x 30 Zentimeter Abzug bei genauem Hinsehen durchaus ins Auge fallen. Hervorragend schneidet das XF 10-24 mm F4 R OIS bei der Auflösungsmessung mit 50 Prozent Motivkontrast ab. Sowohl bei 10 als auch bei 16 Millimeter werden in der Bildmitte bei Offenblende knapp 52 Linienpaare pro Millimeter (lp/mm) erreicht (siehe Diagramm aus dem Labortest unten). Die Auflösung fällt bei 10 mm um maximal 25 Prozent zum Bildrand ab, bei mittlerer und langer Brennweite sogar nur um 15 beziehungsweise 10 Prozent. Das sind für ein solches Zoom hervorragende Werte. Bereits auf F5,6 abgeblendet nimmt die Randauflösung im Weitwinkel nochmal deutlich um 10 Prozent zu. In längster Brennweitenstellung löst das Objektiv zwar insgesamt etwas geringer auf, bewegt sich mit über 40 lp/mm bei F4 und über 45 lp/mm bei F5,6 jedoch immer noch auf sehr hohem Niveau. Insgesamt bietet das Fujinon XF 10-24 mm F4 R OIS nicht nur eine hervorragende, solide Verarbeitung, sondern mit die beste Bildqualität, die wir bisher bei einem Weitwinkelzoom messen konnten.